Chucks Antwort auf Niklas' 2. Mail: Hail Eris, Um ehrlich zu sein, habe ich lange versucht, eine vernuenftige Antwort zu formulieren. Mir scheint es, dass dies nicht moeglich ist. Deine analytische Sprache, gepaart mit einer unuebersehbaren "Weltverstaendnis-arroganz" verhindern meiner Meinung nach jeglichen vernuenftigen Meinungsaustausch. Ich kann dir an dieser Stelle nur folgendes empfehlen: Denk ueber ein paar Begriffe nach. Ueberlege dir mal genau, ob du deine Vorstellungen bzgl. ihrer Bedeutung, ihres Gehalts aber auch ihres "Existenzgrades" nicht umdenken koenntest - nicht musst. Andernfalls sehe ich keine Diskussionsgrundlage, da wir in verschiedenen Gedankenkategorien operieren - ich waere imstande, dir eine Antwort zu geben, die aber letzlich nicht in der Lage waere, mein Denken fuer dich transparent zu machen. Es ist mir unmoeglich, gegen deine Gewissheiten und Sicherheiten anzuargumentieren - du hast dir deine Gedankenwelt nicht zugrunde gerichtet, du operierst in einem Feld zwischen Pragmatismus und Wunschdenken, dass ich zu betreten nicht bereit bin. Dies hoert sich agressiver an als es ist, was ich letztlich sagen moechte ist einfach : Auf der letzten Kommunikationseben, der grossen Sinnfrage, dem Hirnfick, dem Licht am Ende des Tunnels, vor dem letzten grossen Richter, stehen wir nicht auf derselben Stufe. Da Kommunikation unter Ungleichen unmoeglich ist, sind uns die Pforten eines Gedankenaustauschs auf dieser vermeintlich "hoechsten" Ebene verschlossen. Ich kann dich beruhigen, ich bin mir sicher dass dies auch nicht wirklich moeglich ist. Die gesellschaftlichen Instanzen haben ihre Pflicht getan und verhindern die Kommunikation der muendigen Buerger auf dieser "sinnlosen" Ebene. Letzlich ist das allerdings wirklich egal, da es einen gegenseitigen Respekt nicht verhindert oder stoert. Dennoch bist du nicht in der Lage, mir auf den letzten Schritten hin zur "End-Erkenntnis" zu folgen, da du kurz vor Schluss einen anderen Weg gegangen bist. Ob du umgekehrt bist oder ich, oder ob wir nur ueber verschiedene Routen den gleichen Berg besteigen (oder 2 unterschiedliche?) vermag ich nicht zu sagen, gelinde gesagt interessiert es mich aber auch nicht. Folgende Begrifflichkeiten solltest du dennoch ueberdenken, was uebrigens nicht heisst, dass ich mich fuer den "Erkenner" halte, ich moechte dich lediglich ein wenig anregen: - Autoritaet - Kommunikation - Sinn, Ziel - Niederlage, Verlust - Sprache - Trieb Zuletzt moechte ich dir eine Weltpremiere offenbaren : Ein spontan von mir geschriebenes Gedicht, dass erste meiner wahrscheinlich sehr kurzen poetischen Karriere: "Am Berg" Lange hatte er den Weg begangen, zermuerbt jedoch hatte es ihn nicht. Entbehrungen waren ihm eine gute Wegzehrung gewesen, auf dem steilen, langen Weg, von dem er bald schon nicht mehr wusste, ob er nach oben gerichtet war. Getraeumt hatte er nachts, nicht selten, von Verlockungen und Luxus, von Liebe und Zuneigung. Es hatte ihm nicht gefehlt, zu sprechen, sich zu rechtfertigen, und trotzdem war er irgendwann zu muede geworden, um weiterzugehen. Als er stehenblieb, stieg ein Verlangen in ihm auf, dass er zu stillen nicht faehig war. Sich selbst zu umarmen, das waere sein Traum gewesen.